Vor genau 2 Jahren: Großübung Busunglück

Übung - Busunglück

Vor genau zwei Jahren organisierte die Feuerwehr Kierling eine Übung von besonderen Ausmaßen:

Ein schwerer Unfall zwischen einem PKW und einem Reisebus mit über 20 geschminkten Verletzten erforderte den engagierten Einsatz der vier Feuerwehren Kierling Klosterneuburg Stadt, Maria Gugging und Hintersdorf, dem Roten Kreuz, sowie der Rettungshundebrigade.

Die Idee entstand nach dem Besuch der Feuerwehr-Objektiv Fachtagung 2008, wo ebenfalls über ein tragisches Busunglück berichtet wurde. Die Übungsausarbeitung übernahmen LM Harald Spilauer, Gruppenkommandant und Sachbearbeiter Feuerwehrmedizinischer Dienst, sowie VM Bernhard Brandner, Stellvertretender Leiter der Verwaltung, beides Kameraden der Feuerwehr Klosterneuburg-Kierling. Da in der Vergangenheit bereits interessante Übungen mit Thomas Wordie geplant wurden, übernahm dieser dankenswerter Weise die Planung von Seiten des Roten Kreuz Klosterneuburg.


Die Übungsannahme war ein Reisebus, unterwegs mit einer ausländischen Reisegruppe, welcher wegen zu hoher Geschwindigkeit auf der schmalen, kurvigen Straße ins Schleudern kommt, mit einem entgegen kommenden PKW frontal kollidiert und dann durch heftiges Gegenlenken auf die Seite kippt. Keiner der Reisegruppe, abgesehen von der Reiseleiterin, spricht auch nur gebrochen Deutsch.

Vorbereitung

Im Vorfeld der Übung wurde ein Bus organisiert, welcher erst mit unserem Rüstfahrzeug aus Neulengbach zum Feuerwehrhaus geschleppt und dann in Eigenregie für die Übung umgebaut wurde. Neben dem Ablassen der Betriebsmittel, um Verschmutzung am Übungsort zu verhindern und Statisten nicht zu gefährden, wurden mit Holzpaletten Sitzreihen simuliert, und so künstliche Hindernisse für die Rettung der Opfer geschaffen. Weiters wurde ein PKW mit Hilfe eines Baggers stark verformt und so eine unserer Übungspuppen realitätsnahe eingeklemmt.

Der Übungsort wurde mit bedachtnahme auf die eingeschränkten Platzverhältnisse gewählt, um die Notwendigkeit einer frühzeitig geregelten Aufstellung der Einsatzfahrzeuge aufzuzeigen. Die Aufbauarbeiten für die Übung dauerten den ganzen Tag, Übungsbeginn war 18:48 Uhr.

 

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Die Übung

Um einen möglichst realitätsnahen Übungablauf sicher zu stellen, wurden die teilnehmenden Feuerwehren über Funk alarmiert und setzten sich dann von ihren Feuerwehrhäusern aus in Bewegung. Das Rote Kreuz schickte 2 Fahrzeuge direkt mit der zu erst alarmierten Feuerwehr Kierling zum Einsatzort, die weiteren Kräfte blieben in Bereitschaft und wurden dann nach und nach losgeschickt. Die ersten Einsatzkräfte trafen um 18:50 Uhr am Einsatzort ein. Ihnen bot sich folgendes Bild:

Ein Bus liegt auf der Seite, blutende, schreiende Opfer sind zu sehen. Erst später fällt der Blick auf einen komplett zerstörten PKW, welcher schwer zugänglich auf einer Böschung steht. Trotzdem beginnt sofort eine ruhige, sachliche Erkundung durch den Einsatzleiter, die anderen Kräfte sitzen ab und warten bei den Fahrzeugen auf Befehle. 2 Personen sind in dem PKW, 9 im Reisebus teilweise eingeklemmt. Weitere Verletzte befinden sich in unmittelbarer Nähe, eine Person ist unter dem umgestürzten Bus eingeklemmt.

 

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Schon in den ersten Minuten der Übung werden 2 Einsatzabschnitte gebildet, einer für den Bus, der andere für den PKW. Nach dem Eintreffen der Feuerwehr Klosterneuburg Stadt wird eine Einsatzleitung eingesetzt, über welche die weitere Koordination der nachrückenden Kräfte abgewickelt wird.

Nach Absprache mit dem eingetroffenen Roten Kreuz beginnt die Menschenrettung aus dem Bus durch die Feuerwehren Kierling, Maria Gugging und in weiterer Folge der Feuerwehr Klosterneuburg-Stadt, sowie aus dem PKW durch die Feuerwehr Kierling. Eine Triagestelle wird in der Nähe des Schadensplatzes eingerichtet, von dort erfolgt der Transport zur Sanitätshilfestelle, welche auf einem nahe gelegenen Sportplatz aufgebaut wird.

Bei der Reiseleiterin gefundene Aufzeichnungen über die Reisegruppe werden weitergeleitet und mit den gerettenen Personen abgeglichen. Schnell wird festgestellt, dass nicht alle Teilnehmer der Reisegruppe am Schadensplatz aufzufinden sind. Es wird ein dritter Einsatzabschnitt, geleitet von der Feuerwehr Klosterneuburg-Stadt, gebildet, dessen Auftrag die Personensuche ist. Daran beteiligt ist auch die Feuerwehr Hintersdorf. Zur Unterstützung wird die Österreichische Rettungshundebrigade alarmiert.

Die Rettung und der Transport der Verletzten gestaltet sich schwierig, die Einsatzkräfte werden nah an ihre Belastungsgrenzen geführt.

Ein weiterer, wichtiger Übungsbestandteil ist die erstmalige, gemeinsame Nutzung des "BOS Austria"-Systems. Hier werden eindrucksvoll Nutzen, aber auch Probleme des digitalen Funksystems aufgezeigt.

Als schließlich die Menschenrettung in und um den Bus abgeschlossen ist, konzentrieren sich die Kräfte vermehrt auf die bereits laufende Personensuche. Auch der Einsatzbereich PKW kann rasch abgearbeitet werden, es beginnt die Bergung der beiden verstorbenen Personen.

Nachdem auch die Personensuche erfolgreich beendet ist, werden die am Unfall beteiligten Fahrzeuge geborgen. Offizielles Übungsende ist um 20:10 Uhr.

Die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen verlief sehr zufriedenstellend, es konnten wichtige Erkenntnisse für derartige Großschadensereignisse gewonnen werden.

 

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Teilnehmende Kräfte

Feuerwehren

  • Freiwillige Feuerwehr Kierling (Übungsausarbeitung)
  • Freiwillige Feuerwehr Klosterneuburg Stadt
  • Freiwillige Feuerwehr Maria Gugging
  • Freiwillige Feuerwehr Hintersdorf

Rettungsdienst

Vom Roten Kreuz wurde der Stab Wien-Umgebung alarmiert, Teilnehmende Kräfte der Bezirksstellen:

  • Rotes Kreuz Klosterneuburg
  • Rotes Kreuz Schwechat
  • Rotes Kreuz Purkersdorf

Rettungshunde

Österreichische Rettungshundebrigade – Staffel Klosterneuburg

 

Feuerwehren

76 Mann

14 Fahrzeuge

Rotes Kreuz

34 Mann

11 Fahrzeuge

Rettungshundebrigade

8 Mann, 4 Hunde

1 Fahrzeug

Gesamt

118 Mann

26 Fahrzeuge

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